· 

WE CAN BE HEROES - Menschen und Träume

" WE CAN BE HEROES

interpretiere ich nicht nur für eine heldenhafte Arbeit sondern als meine persönliche Mission und Beitrag zur Welt."

Teil 1: "Erzähl doch mal, wie ist es denn so in Kapstadt?"

"Die Natur ist mächtig. Die Abwechslung, diese Kontraste. Aber was liegt hinter dieser Stadt? Abseits von allen Reise- und Bloggertipps, Szene Hype, dem Wein und dem Guten Essen?

Ich wollte das - dahinter - wissen, die Kultur, die Historie und die Menschen sehen und kennenlernen. Kapstadt hat mich sehr, sehr bewegt und geweckt."

 

Das Bild entstand auf dem Lions Head. Wenige Tage nach einem grossen Waldbrand. "Yeah, ein perfekter Trail zum Laufen" so dachte ich, aber dann bewegten mich noch mehr Gefühle und der Drang etwas zu tun.

 

Es hat zwanzig Jahre gedauert, mein halbes Dasein, um zu kapieren, dass ich mein Leben nach meinen Vorstellungen leben will und jeden Weg, den ich gehen will, einfach nur finden muss, denn es gibt ihn."

Menschen und Träume

Fast täglich liest man in den Social Media Kanälen „Lebe deinen Traum“ und „der Weg zum Traum“, Werbung von Selbstverwirklichung.- Es gibt eine Vielzahl an Akademien und eine Flut an Programmen und Coaches. Alle wollen sie helfen. Ist das eine ernsthafte Not? Scheinbar sind wir alle nicht glücklich und benötigen „Hilfe“ um die eigene Vision zu finden, oder Wege um sie zu ergreifen. Das ist erschreckend. Aber Fakt ist auch, es gab nie mehr Möglichkeiten als heute. Es ist 2019, Freunde! Wir haben alles und jede denkbare Möglichkeit und trotzdem herrscht immer noch Krieg und Armut auf Teilen dieser Erde.
Was ist also nur los mit uns? Was hindert uns daran die Hauptrolle in unserem eigenen Leben zu spielen? Was sind denn ernsthafte Sorgen? Anerkennung, Kontrollverlust, Luxusprobleme und Angst. Weshalb wir nicht mehr wissen was unsere Träume sind oder weshalb wir sie nicht erreichen? Wir sind vom Weg abgekommen und schlichtweg reizüberflutet.

Ich weiß wo meine Wurzeln sind. Auch wenn ich hier geboren bin, habe ich mehrfach erfahren wie es ist, vor dem Nichts zu stehen,- gesundheitlich, finanziell oder auch einfach nur am Ende der Nahrungskette zu sein und mit dem eigenen Sein am Ende zu stehen.

Ich habe mehrere Ausbildungen gemacht, ich hatte immer alle Möglichkeiten, aber ich war der Meinung: es reicht noch nicht, da geht noch mehr. In Wahrheit fehlte mir der Mut und die Lebenserfahrung über das echte Leben. Unsere Ressourcen sind heute Luxus und Reichtum, Wohlstand an Natur, Essen und Technik. Nicht zu vergessen: Das Gesundheitssystem und die Versorgung bei Krankheit und Armut. Also habe ich doch alles, alles was ich benötige. Sogar mehr als das.


Es zeigt mir jeden Tag mehr „wenn du nicht selbst handelst, dann wird es jemand anderes tun“. Der Rückhalt der Familie, von meinem Partner und Freunden gibt mir jeden Tag Mut an mich selbst und meine Träume zu glauben.
Lange vor meiner Reise nach Afrika war ich der Meinung Menschen zu helfen ist wichtig. In Deutschland haben wir ein System, das andere versorgt. Auch meine Eltern und meine Familie hatten in den 80er Jahren das Glück, als Gastarbeiter in Deutschland aufgenommen worden zu sein und sich eine Zukunft aufbauen zu können. In meiner Familie lernte ich von klein auf dankbar zu sein und an soziale Leistungen nicht einmal zu denken. Also hielt ich den Staat um Hilfe zu bitten für ein Tabu und ich bin dankbar, dass ich das bis heute nicht in Anspruch nehmen musste.


Andere Länder dagegen, sie haben ganz andere Systeme, nämlich die von Kasten, Schubladen oder einfach: gar keine! Stelle dir einmal vor es gibt Kinder, die ebenfalls Träume haben und Mut, aber nicht die nötige Ausbildung oder Möglichkeit ihren Träumen nach zu gehen. Was denkst du, wie lange benötigen Kinder oder die Jugendlichen in den Townships in Südafrika dafür, um eine Ausbildung zu bekommen? Was ist, wenn sie selbst nicht handeln können, denn manche haben nicht einmal diese Chance.

Zum Beispiel in Langa. Es ist eines der ältesten Townships zwischen dem Flughafen und Kapstadt, eines der vielen Überbleibsel der Apartheid. Einige Über Fahrer haben mir davon erzählt. Zwischenzeitlich leben auch Frauen dort und es hat sich über viele Jahre in eine eigene Stadt mit eigener Infrastruktur entwickelt. Viele haben es geschafft sich beruflich zu entwickeln, aber die Verbundenheit zur Kultur und den Familien ist nach wie vor sehr stark, denn viele kehren regelmäßig zurück, obwohl sie mittlerweile in Kapstadt eine Wohnung haben.
Mich hat das sehr bewegt und  beschäftigt. Es ist für mich immer noch unvorstellbar. Man ist eben doch sehr oft damit konfrontiert, wie arm und kriminell es hinter all der schönen Kulisse mit Blick auf den Lions Head und das Meer tatsächlich ist. Es spaltet das Gemüt, aber man gewöhnt sich auch daran - und das ist das Schlimmste.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0